Dienstag, 26. Februar 2013

O-ha!

"Frau Scheuuuuuflääääääär! Im Lehrergang regnet es!", kommt mir ein Kind im Flur schreiend entgegen!

Lehrergang? Wo ist denn der Lehrergang? Was meint es, das Kind?

"Was, wo? Regen?"

"Ja, da vorne, da ist überall Wasser und oben auch. Der ganze Flur... VOLL!"

Ich gehe zum Flur vor dem Lehrerzimmer - dem LEHRERGANG - und sehe zunächst nur ein paar Spritzer an der Zwischentür. Ich öffne die Türe vorsichtig und es plätschert mich munter von oben herunter voll... irgendwie scheint das Plätschern auch mehr zu werden und eine Pfütze auf dem Boden hat sich bereits unter der Türe hindurch in den Putzmittelraum hineingeschlichen. MIST! Im selben Moment kommen auch schon einiges Kollegen, alarmiert durch die aufgeregten Schüler, angelaufen. Natürlich müssen auch ungefähr 20 Kinder mit plötzlichem Harndrang genau JETZT auf's Klo!

Einige Kinder meinen fachmännisch, dass wir die Feuerwehr holen müssten, woraufhin ich nur sage: "Feuerwehr??? Meint ihr nicht, dass wir genug Wasser haben?" Ich versorge die Erstklässler, die heute eh sehr dezimiert und teilweise recht schlapp auf ihren Plätzen hocken mit Arbeit und sehe "was ich tun/helfen" kann. Aber selbst die liebsten Erstklässler bleiben nicht auf ihren Plätzen, wenn die Schule unter Wasser steht und im Flur lauthals über einen Feuerwehreinsatz diskutiert wird. ;o) Naja, dann sollen sie halt kurz gucken, wie ungefähr 200 andere auch und dann vll sogar etwas helfen...

Die Ursache der Katastrophe ist schnell ausgemacht! IRGENDJEMAND hat im oberen Flur das Jungenklo verstopft, offensichtlich mehrmals abgezogen - ich vermute in der Hoffnung, dass das Papier noch durchrutscht. Irgendwann fing das Klo dann eben an überzulaufen... da hilft dann natürlich nichts anderes mehr, als die Flucht. Tja und wie das natürlich in solchen Momenten, laut Murphy's Law läuf, ist der Hausmeister natürlich nicht da. Und im Haus nur Frauen ;o) *hehe

Während zwei Kolleginnen im unteren Flur anfangen zu putzen, kommt eine dritte hinzu und meint nur trocken: "Es wäre wohl sinnvoller das Problem erstmal oben anzugehen!" Stimmt, denke ich und will eben nach oben, um dort zu helfen... da bemerke ich, dass die liebevolle Winterdeko, die im Eingangsbereich steht anfängt leicht nass von den Wänden zu hängen und dass die Büchervitrine bereits reichlich nass ist. NEIIIIIN, DIE BÜÜÜCHER!!!! Um Bücher muss man sich kümmern... Kinder? Ach, die können ja im Fall einer Sintflut selber weglaufen, aber die Bücher... die Bücher NICHT! Vitrinenschlüssel, wo ist der Vitrinenschlüssel? Kein Mensch weiß es... WAR JA KLAR!

Ich flitze eine Etage höher wo die Vitrinenschlüsselverantwortliche pflichtgemäß Dienst am Schrubber tut. Sie schließt den Schrank auf und wir können die Bücher, nebst Winterdeko retten. Kleine Rinnsale laufen die Wänder herunter und die Bilder von zahlreichen Auszeichnung sind ebenfalls bereits leicht nass. Oh neee, echt ... Letztlich muss alles weg! Bücher, Dekostoffe, Schneemänner, Bilder, Plakate... alles liegt taurig zusammengerafft auf dem Boden, in einem noch trockenen Bereich des Eingangs. Die Kinder fangen an, die Bilder und den anderen Frickelkram mit Tüchern trocken zu wischen... UNAUGEFORDERT! Top!!!

Als die Lage eingermaßen unter Kontrolle ist, das heißt, das Wasser ist abgestellt, die Toilette hört auf überzulaufen, hört es jedoch noch lange nicht auf, aus der Decke zu tropfen!!! Scheinbar sind Unmengen von Wasser in die Zwischendecke gelaufen und die müssen ja jetzt irgendwo hin. Naturgemäß folgen sie der Schwerkraft und laufen natürlich in den eben schon sieben mal gewischten Flur... Mir reichts irgendwann und die Geduld von Erstklässlern, sind sie auch noch so lieb, ist auch irgendwann erschöpft. Also beschließe ich, mal nach ihnen zu sehen und bin verwundert, als ich in der Tür stehe. Im Grund ist es recht still im Raum. Einige sind zur Freiarbeit übergegangen. Andere haben beschlossen, das eben begonnene Putzen im Flur in der Klasse fortzusetzen. Sie räumen ihre Fächer auf und schmeißen "mal ordentlich Kram weg". Gut, denke ich... lasse ich sie mal machen und beginne ebenfalls mein Pult zu entrümpeln. Die letzten 20 Minuten des Tages müssen wir jetzt auch keine Bäume mehr ausreißen, vor allem nicht nach DEM SCHOCK!!! Als ich alles von meinem Schreibtisch heruntergeräumt und ihn abgewischt habe, kommt ein Kind zu mir und sagt: JETZT sieht es bei dir aber ordentlich aus! NA TOLL! Was soll das denn heißen??? Egal... ich mülle meine Tisch systematisch und geordnet wieder zu, verabschiede die Kinder und fahre nach Hause... MIR REICHTS FÜR HEUTE... Später erfahre ich, dass die Feuerwehr noch im Haus war ;o)



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